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Foto: Marcel Bischler
Kampf um die Lufthoheit über dem Kirchtum St. Thomas
Bürgerverein bittet um Spenden
Betzenhausen. Vor ungefähr einem Monat waren sie schon einmal da: Störche auf der St. Thomas-Kirche. Leider fanden sie ein unwirtliches Nest vor und wurden dazu noch von zwei aggressiven Krähen attackiert. Grund genug wieder das Weite zu suchen.
Drei Wochen später wurde erneut ein Storch auf dem Kirchturm gesichtet. Sofort ist Storchenvater Hagen Späth benachrichtigt worden. Als der Storch wieder weggeflogen war, stieg er mit einem Nachbarn, der bei der Kirche wohnt, zwischen den Glocken hindurch aufs Dach des Kirchturms. „Wir haben gut 60 Kilo Kompost aus dem Nest geholt“, meinte Hagen Späth, der lediglich mit einem Seil gesichert, das Nest wieder „storchengerecht“ hergerichtet hat. „Im Nest sammeln sich eine Menge Humus und Kot“, erklärte Späth, „Da kommt schon einiges zusammen. Ungefähr 7 -10 Zentimeter dick ist die jährliche Mistschicht, die sich meistens in der Mitte bildet.“ Wenn sich dort Wasser staut und einen kleinen See bildet, sei das für die Brut sehr schädlich.
Den Kranz verstärkte Späth mit neuem Reisig und legte ins Innere getrocknetes Seegras. Schließlich konnten drei Säcke mit Humus am Seil durch den Turm nach unten befördert werden. Das Nest war wieder ein einladender Ort für die schönen Tiere.

„Der Einsatz hat sich gelohnt, und war genau zur richtigen Zeit“, meinte der Nachbar, der Hagen Späth begleitete, „denn bereits am folgenden Tag zeigte sich wieder ein Storch.“ Ihm schien das neu gemachte Nest zu gefallen, denn er legte sich sogleich hinein. Selbst die Krähen konnten ihm so nichts anhaben. Am nächsten Tag bekam er von einem zweiten Storch Gesellschaft, und später von einem dritten, der allerdings unerwünscht war. Es kam zu Streitereien, bei denen der letzte Storch schließlich erfolgreich aus dem Nest gepikst wurde. Die beiden verbliebenen scheinen sich nun bestens zu verstehen und verteidigen ihren neuen Wohnort bislang erfolgreich gegen die wütenden Krähen. „Vielleicht gibt es ja bald Storchenbabys“, wünschen sich zuschauende Kinder.
„Wir freuen uns natürlich über das Storchen-Paar“, so Nicolai Bischler, zweiter Vorsitzender des Bürgervereins Betzenhausen-Bischofslinde, der mit seinem Vorstandskollegen, Bernd Füllbier, das Nest einige Tage vor der Putzaktion besichtigte.
Der Bürgerverein ruft zu einer Spendenaktion auf, um zum einen eine Internet-Kamera zu kaufen, damit die Entwicklung der kleinen Storchenfamilie live beobachtet werden kann. Auch müsste der Unterbau des Nestes bald neu gemacht werden, da das Holz morsch und teilweise bereits gebrochen sei, so Hagen Späth. Ferner könnten die Spenden helfen, evtl. Schäden am Turm, der durch die Störche verursacht wird, auszubessern. Bleiben die Störche dem Betzenhauser Kirchturm treu und gründen tatsächlich eine neue Familie, ist dies eine nette Bereicherung für den Stadtteil. Der Bürgerverein Betzenhausen-Bischofslinde dankt an dieser Stelle den Spendern und dem 70-jährigen Storchenvater Hagen Späth für seinen spontanen und unermüdlichen Einsatz. Bis vor einem Jahr hatte er noch 43 Nester unter seiner ehrenamtlichen Fürsorge. Aus gesundheitlichen und Altersgründen musste er sich jedoch aus seiner aktiven Tätigkeit zurückziehen. „ Ich kann deshalb nur noch in Einzelfällen helfen“ meinte der altgediente Storchenvater.
Der Bürgerverein ist aus diesem Grund auf jede Mithilfe angewiesen.
Spendenkonto: 5418607 bei der Volksbank Freiburg, BLZ 680 900 00, bitte Stichwort „Storch“ angeben.
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