Bürgerverein Betzenhausen-Bischofslinde

 
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Keine Bausünde in Betzenhausen-Bischofslinde!

 Der Bürgerverein Betzenhausen-Bischofslinde spricht sich nicht grundsätzlich gegen eine Bebauung der Tränkematten Süd aus.

„Wir setzen uns aber dafür ein, dass sich das Maß der baulichen Nutzung an dem des unmittelbaren Nachbarbebauungsplanes „Tränkematten“ orientiert,  und wir legen Wert darauf, dass die Stadtteil- und Lebensqualität nicht negativ beeinträchtigt wird“, so Nicolai Bischler, Vorsitzender des Bürgervereins.

Nach Ansicht des Bürgervereins gelingt dies nur, wenn in einem intensiven Abstimmungsprozess  die Interessen der Menschen, die im Stadtteil wohnen, die Belange der Natur und die Interessen des Investors sinnvoll aufeinander abgestimmt werden.

„Wir müssen eine weitere „Bausünde“ in Betzenhausen-Bischofslinde verhindern“, vertritt Bischler die Meinung des Bürgervereins.

 Die Tränkematten Süd und Obergrün haben sich in den letzten Jahren zu einem Naherholungsgebiet entwickelt, das von Familien, älteren Menschen, ja von allen Bevölkerungsgruppen aus Betzenhausen-Bischofslinde genutzt wird.

Eine Baustraße durch das parkartige Naherholungsgebiet Obergrün beeinträchtigt nicht nur Flora und Fauna sondern auch die Nutzung des Gebietes und der anliegenden Kleingärten. Hier haben sich Aktivitäten wie Bachpatenschaften, der Verein „Bauernhoftiere für Stadtkinder“ und das Mühlbachbiotop entwickelt, die es unbedingt zu fördern und unterstützen gilt.

Der Bürgerverein Betzenhausen-Bischofslinde fordert die Stadtverwaltung deshalb auf neben den Interessen des Investors auch die der betroffenen Bürger zu berücksichtigen und einen tragbaren Kompromiss aller Belange zu suchen, dem alle Beteiligten zustimmen können und der zur Befriedung der derzeitigen Situation beiträgt. 

 

 

1. Geschoßflächenzahl

Von Seiten der Stadtverwaltung wird argumentiert, dass eine GFZ von 0,8 einer maßvollen und für diesen Bereich üblichen Ausnutzung entspricht. Der angrenzende Bebauungsplan Tränkematten 5-62 weist eine GFZ von 0,6 bis 0,7 aus. Dabei sind öffentliche Flächen, die der Erschließung dienen  bei der Berechnung der GFZ nicht inbegriffen. Im geplanten Baugebiet Tränkematten Süd wird für die Berechnung der Geschoßflächenzahl die Fläche des gesamten Plangebietes  zugrunde gelegt incl. Erschließungsstraßen, Gewässerschutzstreifen und Grünstreifen. Der  Bürgerverein fordert daher im Interesse der Gleichbehandlung und einer maßvollen Bebauung auf die aktuelle Geschoßfläche von 8172 m2 einen Abschlag von min. 15 % -19 % vorzunehmen, was bei einem wirtschaftlichen Bebauungsplan den öffentlichen Erschließungs- und Grünflächen entspricht.

Nach Baunutzungsverordnung § 17 darf die GFZ für Einzelgrundstücke max. 1,2 betragen, was teilweise bei den Punkthäusern und den Reihenmittelhäusern deutlich überschritten ist.

2. Gewässerschutzstreifen

Nach dem Landeswassergesetz Baden-Württemberg, § 69b, Abs. 2 ist ein Gewässerschutzstreifen von min. 10 m Breite vorzusehen. Durch die unzulässige Rodung des Erschließungsgebietes wurde die vorhandene Ufervegetation zerstört. Der Bürgerverein fordert deshalb, den Mühlbach mit seiner Gewässergüteklasse 1-2 naturnah, entsprechend den Beispielen im Dietenbachgelände (parallel zum Dietenbachsee), bzw. dem Hölderlebach im Hölderle Carre naturnah auszubauen.

3. Lärmschutz

Mit Realisierung des Baugebietes fordert der Bürgerverein aus Gründen des Lärmschutzes eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf dem Zubringer Mitte auf 80 km/h.

4. Ausgleichsmaßnahmen

Die für dieses Baugebiet erforderlichen Ausgleichsmaßnahmen sollen sinnvoller Weise in unmittelbarer Nähe im Bereich Obergrün z. B. durch eine weitergehende Renaturierung des Mühlbachs umgesetzt werden.

5. Öffentliche Parkplätze

Die geplanten 7 öffentlichen Parkplätze für Besucher reichen bei weitem nicht aus. Hier müssen innerhalb des Baugebietes entlang der inneren Wohnwege weitere öffentliche Parkplätze ausgewiesen werden.

6. Müllentsorgung

Unklar ist die Frage der Müllentsorgung. Wo stehen die 200 Müllgefäße und gelben Säcke am Entleerungstag ?

7. Eingangssituation der Reihenhäuser 1-12

Die genannten Reihenhäuser grenzen mit ihren Zugängen direkt an die 2,5 m breiten Erschließungswege. Wo stehen die Fahrräder, Kinderwagen oder Müllgefäße ? 

8. Baustellenzufahrt

Die geplante Baustellenzufahrt von der Bissierstr. zum Vogelnest und durch das Gewann Obergrün wirft folgende Probleme auf:

Der Bereich Obergrün ist für Betzenhausen-Bischofslinde ein  fußläufiges Naherholungsgebiet und wird  von der Bevölkerung stark frequentiert.

Die Baustraße beeinträchtigt die umweltpädagogische Arbeit des Vereins „Bauernhoftiere für Stadtkinder e.V., der das Gelände im Obergrün gepachtet und den Geh- und Radweg entlang den Kleingärten und die anliegenden Flächen regelmäßig nutzt. Ein Befahren des Weges mit schweren LKW gefährdet sowohl Kinder als auch Betreuer.

Über den Geh- und Radweg ist das Kleingartengelände Obergrün mit hohem Erholungswert erschlossen. Die Nutzer der Kleingärten, Rentner und  Familien mit Kindern werden durch die im Minutentakt fahrenden Baufahrzeuge gefährdet.

Der Geh- und Radweg entlang dem Obergrün ist eine vielbefahrene West-Ost Radwegeroute. Der Baustellenverkehr schafft hier eine Gefahrenlage. Heute schon gibt es durch parkende Fahrzeuge erhebliche Probleme bei SC–Spielen bis in den Bereich  der Unterführung Berliner Allee.

Begegnungsverkehr der Baustellenfahrzeuge ist auf dem Geh- und Radweg  während der Baumaßnahmen nicht möglich, eine Verbreiterung ginge zu Lasten der Flora und Fauna des Gewann Obergrün.

Die Baustellenzufahrt zwischen Vogelnest (Unterführung Berliner Allee) und Bissierstr. liegt auf einer weiteren Hauptradwegeverbindung zwischen Weingarten und den nördlichen Stadtteilen. Insbesondere die Einmündung an der Unterführung Berliner Allee ist sehr unübersichtlich und gefährlich.

Resümee:

Die geplante Baustellenzufahrt ist nach Auffassung des Bürgervereines mit einem erheblichen Gefahrenpotential für Fußgänger, Radfahrer, Freizeitsportler, ältere Mitbürger sowie Schulkindern verbunden.

9. Illegale Abholzaktion

Der Bürgerverein legt Wert darauf entsprechend dem Schreiben von Oberbürgermeister Dr. Dieter Salomon vom 17.2.2011 den Grünstreifen entlang der Grenze zur vorhandenen Bebauung in vollem Umfang wieder herzustellen und einen ausreichenden Abstand zur Neubebauung zu gewährleisten. Dabei ist darauf zu achten, dass die Bepflanzung mit bereits möglichst großkronigen Bäumen erfolgt um den ursprünglichen Zustand so schnell wie möglich wieder zu erreichen. Die noch nicht abgeholzten restlichen Bäume müssen soweit wie möglich erhalten werden. Dies ist im Bebauungsplan im Detail festzusetzen.

10. Erschließung über die Ricarda Huch Str. / Kußmaulstr.

Der Bürgerverein hat schon mehrfach darauf hingewiesen, dass der Straßenverlauf Ricarda Huch Str. / Kußmaulstr. aufgrund der fehlenden Sichtdreiecke sehr unübersichtlich ist und die Schulkinder denen in diesem Bereich kein Gehweg zur Verfügung steht trotz verkehrsberuhigtem Bereich einer erhöhten Gefährdung ausgesetzt sind. In diesem Bereich müssen zwingend Verbesserungen vorgenommen werden.

11. Flora und Fauna

Im Obergrün und in Tränkematten Süd kommen nach Informationen der Bürgerschaft die seltene Zauneidechse, Blindschleichen, Gottesanbeterinnen und auch geschützte Greifvögel vor. Die sich daraus ergebenden eventuellen Schutz- und Ausgleichsmaßnahmen müssen im Rahmen einer Umweltverträglichkeitsprüfung geklärt werden.

12. „Abreitplatz“ ehemaliges Pleugergelände

 

 

Das Gelände des „Abreitplatzes“ wurde durch Herrn Rolf Pleuger der Stadt mit der Maßgabe geschenkt dort einen Kindergarten zu errichten. Ein Ignorieren dieser großzügigen Geste kann der Bürgerverein nicht akzeptieren. Bei Kindergartenplätzen besteht in Betzenhausen-Bischofslinde ein großes Defizit, was durch das Amt für Kinder, Jugend und Familie bei einem persönlichen Gespräch bestätigt wurde. Der Bürgerverein fordert deshalb, die Zweckbestimmung der anerkennenswerten Geste von Herrn Rolf Pleuger umzusetzen und entweder einen Kindergarten oder mindestens einen Mehrgenerationenspielplatz zu errichten. Dies würde den Bewohnern des Max-Maier-Hauses zu gute kommen ebenso wie den älteren Bewohnern und den inzwischen wieder zahlreichen Kindern im Stadtteil.

 

 

 

Der Bürgerverein Betzenhausen-Bischofslinde fordert  die Stadtverwaltung bei folgenden Punkten nachzubessern:
 

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